Vor ein paar Tagen hatte ich wieder einmal einen interessanten Chat mit einer sehr guten Freundin. Die Freundin, nenne ich mal Coco. Also Coco und ich schreiben uns viel und fast jeden Tag und sind 12 Flugstunden voneinander entfernt. Also quasi andere Seite der Welt. Aber die Probleme, die man so als 30+ Mädchen hat, die sind die Gleichen. Also auch der Arsch und der Bauch und die Schenkel und so. Coco jedenfalls hat die letzten vier Wochen ein straffes Programm durchgezogen. Vier mal die Woche Fitnesstraining, ein Abend Kampfsport, kein Zucker, low carb, etc.

Ich bin stolz wie Oskar und gönne Ihr die 3 Kilo weniger Fett und die gesteigerte Fitness von Herzen. Mehr noch gönne ich Ihr, dass Sie es durchgehalten hat. Also den Erfolg sich selbst zu bezwingen.

Mit diesem Willen schaffen wir alles!

Und nun zum eigentlichen Thema! Es war zum Zeitpunkt des Wortwechsels ca. Mitte Dezember. Weihnachtszeit. Das muss man erstmal schaffen, in der Weihnachtszeit keinen Zucker und der ganze Sport und ach ja, kein Alkohol stand auch auf dem Programm. Jetzt kommen dann die gemütlichen Festtage, Cocos Freund ist wieder zuhause und wie ein Damoklesschwert schwirren Wein, Whisky, fettiges Essen und Süßkram über Cocos Kopf.

Wie soll Sie sich gegen gemütliche Zweisamkeit wehren? Gemeinsam essen, gemeinsam eine Flasche Wein, noch ein Whisky nach dem Essen.

Jeder, der mit purer Willenskraft Dinge schafft kennt zwei Dinge:

  1. den inneren Schweinehund
  2. den Freund vom Schweinehund

Den Schweinehund hatte Coco bezwungen! Yeah! Und Sie ist stolz und motiviert und 3 Kilo leichter und fitter und VERÄNGSTIG! Der Freund vom Schweinehund ist vor allem Cocos Freund. Aber auch jeder, der Cocos Erfolg mit Neid betrachtet. Der Schweinehundfreund also wird vor lauter Neid und eigenem schlechten Gewissen (selber Plauze) anfangen Angebote zu machen und mit Engelszungen auf Coco einreden.

  • Gehen wir heute Abend einen Burger essen?
  • Trinkst du auch ein Glas Wein?
  • Ach trink doch ein Glas Wein, alleine Trinke ist nicht so nett.
  • Ach nur wegen mit eine Flasche aufmachen…
  • Ich hab dir einen Muffin mitgebracht.
  • Du nimmst auch noch einen Nachschlag, oder?
  • Was? Jetzt noch rausgehen und Sport machen, das Wetter…, das TV Programm…

Coco wird, ohne mutwilliger böser Absicht Ihres Freundes, gegen all diese versteckten Versuche, das Scheitern zu begünstigen, ankämpfen müssen. Davor hat Sie Angst – zurecht! Das wird ein doppelter Kampf. Der Schweinehund fühlt sich durch die Unterstützung nochmal neu beflügelt und Coco ist erstmal KO.

Aber hilft nichts. Weiter durchhalten ist angesagt. Coco muss alle diese Versuche an sich abperlen lassen. Keine Oberfläche geben zum festkrallen. Nicht zeigen, dass es einem schwer fällt. Der Schweinehund und der Freund wollen, dass Coco scheitet, denn der Erfolg von Coco frisst sich als schlechtes Gewissen durch alle Poren.

Aber es lohnt durchzuhalten. Nach einer ausreichend langen Zeit hält der Schweinehund irgendwann die Klappe und der Freund vom Schweinehund wendet sich ab und wird zu Cocos Freund und diese neue Freund lockt nicht, der trinkt mal einen Wein weniger und wird auch hin und wieder, vom steten Erfolg animiert, motiviert sein die eigene Plauze in Bewegung zu bringen.

Das ist eine der kleinen Lebensweisheiten, die mir hin und wieder im Kopf aufleuchten. Worte, die Coco und vor allem mich selbst motivieren. Diese Themen möchte ich künftig auch „laut“ aussprechen und nicht nur via WhatsApp, daher fange ich an diese hier zu digitalisieren um eventuell auch noch anderen Menschen den benötigten Kick in den Hintern oder ein besänftigendes Wort bereitzustellen.

Kommentare zum Thema sind immer willkommen.