Gestern hatte ich einen wirklich schrecklichen Tag. Meine Mitmenschen sind mit sehr auf die Nerven gegangen und ich war müde und landete in einem Fettnäpfchen nach dem anderen. Das muss ich wohl nächste Woche noch ausbaden. Sei´s drum!

Mein Tag war schrecklich und die Zeit bis zum Feierabend war wir Gummi. Die Laune wurde schlechter und schlechter. Um vier packte ich meine sieben Sachen und machte mich auf den Heimweg. Es war mir nach ca. 5 Bieren oder gläserweise Whisky gepaart mit einer Pizza mit Schinken, Salami, Sauce Hollandaise und Jalapenos.

Donnerstags ist mein Sporttag. Aktuell machen ich am Wochenende und am Donnerstag eine große Aktivität, die anderen Tage versuche ich mindestens 10.000 Schritte zu gehen. Jedenfalls war gestern ein Donnerstag und der Schweinehund sagte schon seit Tagen, dass er absolut keine Lust auf Sport hat. Meine Donnerstags-Wanderfreundin sagte zudem ab.

Pizza! Betrinken! Pronto!

Die guten Vorsätze des letzten halben Jahrs zahlen sich jetzt aus! Ich kam nach Hause und sprang in die Sportklamotten und die Turnschuhe. Heute nicht 12 Kilometer wandern sondern: heute versuchen wir mal Joggen.

Joggen ist für mich immer der Hass gewesen. Beim Joggen braucht man richtig gute Schuhe und ich hab so doofe Füße, beim Joggen bekomme ich Schmerzen an den Schienbeinen und beim Joggen bekomme ich nach 3 Minuten keine Luft mehr. Außerdem finde ich Joggen voll mainstream und spießig.

Auf der anderen Seite ist mir das Wandern, dass ich aktuell exzessiv betriebe, oft zu langsam. Daher hatte sich der Gedanke schon etwas eingeschlichen, dass ich es doch einmal versuchen sollte. Außerdem verbrennt man in kürzerer Zeit mehr Kalorien bzw. mehr Kalorien in der gleichen Zeit wie beim Wandern bzw. man legt mehr Strecke in kürzerer Zeit zurück.

Also machte ich mich zu Fuß auf, auf meine Heimstrecke. Diese beginnt mit einer Steigung von 170 Höhenmetern auf 1,5 km. Das ist also kein Zuckerschlecken. Bis oben war ich dann auch aufgewärmt. In Betriebstemperatur wagte ich dann das Experiment. Ich wollte das Laufen ganz sanft beginnen: Intervalle laufen – zwei Minuten laufen und zwei Minuten gehen. Nach 20 Minuten war ich noch immer motiviert und es klappte. Ich entschied mich eine der schönsten Joggingrouten dranzuhängen und machte noch eine Runde um den See und wieder zurück zum Ausgangspunkt. Das bedeutete eine ganze Stunde 2×2 Intervalle und es klappte! Plötzlich wurde ich von anderen Joggern angelächelt und gegrüßt, das kannte ich als Wanderer nicht.

Das war für mich ein riesiger Erfolg. Ich kann Joggen, es macht sogar Spaß und ich werde es wieder tun.

Auf dem Heimweg hat mich dann noch ein fieses Gewitter erwischt, ich kam komplett durchnässt zuhause an. Aber Glücklich! Der Ärger von der Arbeit war zwar nicht vergessen aber der miese Tag wurde noch zu einem guten Tag. Ich musste meine Freundin nicht mit meiner Laune belästigen, hatte mir etwas Gutes getan und zum Abendessen gab es Nudeln mit Gemüse und ein alkoholfreies Bier.

Voll strebermäßig alles richtig gemacht und es tat so gut! Und heute Abend freue ich mich ohne Reue auf das eine oder andere Bier mit Freunden und guter Laune.