Vor ein paar Jahren war ich großer Fan von traditionellem Essen. Also Hausmannskost: Fleisch, fettige Saucen, reichlich Beilagen. Klassisch: Filet mit Champignonrahmsauce und Spätzle. Gerne mit einer Vorspeise oder einem Dessert oder beidem. Für mich war es kein richtiges Essen, wenn der Hauptgang dabei nicht aus den typischen drei Komponenten bestand…aber die Zeiten ändern sich – zum Glück!

Was sich nicht geändert hat ist, dass ich total auf eine Auswahl verschiedener Geschmacksrichtungen stehe. Und die klassische Bowl bietet einem das ja in herrlichster Art und Weise. Heute habe ich die Aktion gestartet alle Lebensmittel aus dem Kühlschrank zu entfernen, die die nächsten Tage nicht mehr überleben würden. Klar war, dass die Zucchinis weg mussten. Eine halbe, runde Zucchini so groß wie ein Kürbis und ein paar normale gelbe und grüne Zucchinis. Außerdem hatte ich vor zwei Tagen Bratpaprika gekauft, die sollte es zu einem Kürbis geben, den leider der Schimmeltot ereilt hatte. Dazu waren karamellisierte Zwiebeln geplant. Während ich mit voller Hingabe Gemüse schnippelte kam mir in den Sinn, dass eine Sesam-Joghurt-Sauce gut dazu passen würde. Außerdem entdeckte ich im Kühlschrank noch eine Dose voller vorgekochter roter Beete. Im Tahini-Glas steckte beim rote Beetesalat abwürzen noch der Löffel und Zack war die Sesampaste im rote Beetesalat: ein Wucht!

Ein Rezept gibt es nicht wirklich zum Gericht, lediglich folgende Infos:

  • Bratpaprika mit grobem Salz, Pfeffer und Olivenöl in den Ofen verfrachten.
  • Gemüsezwiebeln mit Agavendicksaft überhäufen, eine Prise Salz dazu und ebenfalls ab in den Ofen.
  • Das Zucchinigemüse mit einem Rest Kartoffeln würze ich eigentlich immer nach dem Chaosprinzip (siehe Marinade zum Grillen: Marinierte Soja-Medaillons) und dann kommen dieses ebenfalls in den Ofen.
  • Die rote Beete habe ich gehobelt und mir Olivenöl, Essig, Salz, Pfeffer, Sumach und Tahini angemacht.
  • Die Sesam-Joghurt-Sauce habe ich bei meiner Liebsten in Auftrag gegeben.

Oh weia war das lecker! Und es war am Ende ja irgendwie eine Fünf-Komponenten-Mahlzeit.

Je länger sich meine Geschmacksknospen an diese experimentelle Art zu kochen gewöhnen, umso weniger vermisse ich die klassischen Gerichte. Da kann ich dann auf Fleisch, Eier, Sahne, etc. sehr gut verzichten. Dafür bin ich verrückt nach Gemüse, das täglich in einer noch unbekannten Art zubereitet werden will.