Gestern bereitetes ich mal wieder eine Portion Hummus zu. Hummus gehört seit bald zwei Jahren auf meinen Speiseplan. Man benötigt zur Zubereitung nur Inhaltsstoffe, die man gut aufbewahren kann und die Zubereitung geht schnell, es ist vielseitig einsetzbar (zu Ofengemüse, Gemüsesticks, als Aufstrich) und extrem lecker.

Mein Favorit war bisher immer Zitronen-Koriander-Hummus mit viel Zitronenabrieb und noch mehr Korianderpulver. Als ich im Frühjahr in Israel war, war ich enttäuscht vom hochgelobten hiesigen Hummus. Für mich schmeckte er fad und viel zu sehr nach Tahini.

Der zweite Israel-Trip und ca. 15 Portionen Hummus später wandelte sich mein Bild. Der heimische Zitronen-Koriander-Hummus schmeckte nicht mehr. Warum?

Es liegt am Tahini und an den Geschmacksknospen. Unser Geschmack braucht manchmal einfach ein bisschen länger bis er sich an etwas gewöhnt hat. Das ist so wie mit dem Wein. Als junger Mensch trinkt man meist liebliche, leichte Weine und wenn man auf den Geschmack kommt, dann werden es gerne mal schwere, trockene Weine. Meine Geschmacksknospen hatten sich an das Tahini gewöhnt und an die Fluffigkeit, die das Tahini mitbringt. Außerdem habe ich durch einen Spontankauf eine wichtige Entdeckung gemacht: das Tahini vom türkischen Supermarkt ist unbeschreiblich lecker, das Tahini aus dem Biomarkt schmeckt dahingegen muffig und bitter.

Also: Tahini von den Experten kaufen, nicht vom Biomarkt und beim Hummus zubereiten nicht damit sparen.

Mein Rezept für eine kleine Portion für 2 Personen oder 2 Tage:

  • 1/2 Dose Kichererbsen, ohne Brühe
  • 1 großen Schluck kaltes Wasser
  • 3 EL Zitrone
  • 1 EL Olivenöl
  • 1/2 EL Kreuzkümmel
  • Salz, nach Geschmack aber eher sparsam
  • 3 EL Tahini, nur nicht zu sparsam

Alle Zutaten in eine Schüssel geben und mir dem Pürierstab zu einer cremigen Masse verarbeiten. Ich persönlich gebe erst Kichererbsen, Zitrone und Öl dazu und nach und nach Wasser bis zur richtigen Konsistenz, dann die Gewürze und am Schluss das Tahini. Aber ich schätze die Reihenfolge macht nicht wirklich einen Unterschied.

Nun, wie schmeckt das Ganze?

Ich ließ meine Frau probieren, mit folgendem Ergebnis: Sie rümpfte die Nase und sagte „schmeckt wie in Jerusalem“.

Was will man mehr?